Jürgen Schadeberg

Jürgen Schadeberg hat wie kein anderer Fotograf die Geschichte Südafrikas begleitet und mit seinen Bildern dokumentiert. Geboren 1931 in Berlin, besuchte er ab 1946 die Schule für Optik und Phototechnik in Berlin und absolvierte in Hamburg ein Praktikum bei der Deutschen Presseagentur (dpa). 1950 verließ er Deutschland und ging, mit nur einem Koffer und seiner Leica, nach Südafrika.

Dort war er als Fotograf, wie er freimütig zugibt, „der Einäugige unter den Blinden“. Bald heuerte er in Johannesburg bei der Zeitschrift DRUM an. Der junge Schadeberg war sofort fasziniert von der lebendigen Vielfalt in diesem Township, der modernen Musik und der Kunst. Er fotografierte schwarze Intellektuelle und Künstler, so zum Beispiel die Jazz-Legenden Miriam Makeba und Dorothy Masuka. Als Journalist interessierten ihn aber auch die Entwicklungen in Gesellschaft und Politik zu einer Zeit, in der das Apartheidregime seine Machtbasis festigte. So finden sich in Schadebergs Werk viele Schlüsselereignisse der krisenreichen südafrikanischen Geschichte. Um die Welt gingen seine Porträts von Nelson Mandela, dem er seit dieser Zeit freundschaftlich verbunden ist.

Jürgen Schadeberg verließ Südafrika Anfang der 1960er Jahre, ebenso wie viele schwarze Intellektuelle und Künstler, denen die Sicherheitspolizei rigoros zusetzte. Danach arbeitete er bis 1985 in London, Spanien und Deutschland als Freelancer. 1979 lehrte er an der „New School“ in New York, 1980 auch an der Kunsthochschule in Hamburg.

1985 kehrte er nach Johannesburg zurück und konzentrierte sich auf das dokumentarische Filmemachen. Zusammen mit seiner Frau produzierte er unter anderem Filme über die Geschichte des ANC, die Gefangeneninsel Robben Island und die Geschichte der Township-Musik.

1994 fotografierte er Mandela noch einmal, als dieser die Gefängniszelle besuchte, in der er über Jahrzehnte inhaftiert gewesen war.

Jürgen Schadebergs Bilder werden heute weltweit ausgestellt. In der Kölner Galerie Seippel hat er im September 2005 eine Ausstellung mit dem Titel: „The Black Fifties in South Africa“ eröffnet. Viele der dort ausgestellten Fotografien dienten als Vorlagen für Szenen im Film DRUM. Am 19.11.05 eröffnete eine weitere Ausstellung im Museum Bochum. Ausstellungen in Berlin, München und Hamburg folgten 2006 und 2007.

Zusammen mit seiner Frau und Managerin Claudia lebt Jürgen Schadeberg heute in Johannesburg, ganz in der Nähe der ehemaligen DRUM-Redaktion. Weiterhin arbeitet er als Journalist. Zuletzt ist von ihm der Bildband "Jazz, Blues & Swing - Six decades of music in South Africa" erschienen. Ein weiterer Band ist in Vorbereitung.

jurgenschadeberg.com

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